Vintage Gretsch, Ludwig, Slingerland, Rogers

Soundcheck: Vintage-Tom-Vergleich

Eine Menge Vermutungen und „Vom-Gefühl-her-würde-ich-sagen“-Sätze kriegt man zu hören, wenn man sich über Vintage-Drums unterhält. Ich wollte es genau wissen und habe einen Direktvergleich mit vier 13″-Vintage-Toms gemacht.

Die Toms
:: 60s Gretsch RoundBadge, 6-ply, keine Verstärkungsringe, Gussspannreifen
:: 1964 Ludwig, 3-ply, Verstärkungsringe, Stahlspannreifen
:: 60s Slingerland,  3-ply, Verstärkungsring, Stahlspannreifen
:: Early 70s Rogers, 6-ply, Verstärkungsringe, Stahlspannreifen

Die Felle
:: Remo Ambassador Coated als Schlag- und Resonanzfell

Die Mikros
:: Sennheiser MD421 close und AKG C414 als Overhead in etwa 1m Entfernung, Mix etwa 50/50, keine Nachbearbeitung.

Der Versuch
:: Ich habe die Trommeln in je drei verschiedenen Tunings aufgenommen und sie immer auf den annähernd gleichen Ton gestimmt. (Am saubersten ausgestimmt und damit am aussagekräftigsten ist die mittlere Stimmung.)
:: Den Eigenheiten der einzelnen Toms werde ich damit nicht ganz gerecht. Diese könnte man besser herausarbeiten, indem man jedes Tom auf seinen individuellen „Sweet-Spot“ stimmt. Darunter würde aber die Vergleichbarkeit leiden, was für einen möglichst aussagekräftigen, neutralen Versuch nicht von Vorteil ist.
:: Die Toms habe ich in einen Snare-Ständer gelegt. Um sie dadurch nicht zu  dämpfen, sind Schaumstoffunterlagen (TnR Booty Shaker) darunter.
:: Die Position der Mikros blieb unverändert. Allerdings habe ich in der Nachbearbeitung bemerkt, dass das Ludwig- und das Rogers-Tom bei der Aufnahme für „Tuning high“ geringfügig anders im Ständer lagen, was den Abstand zum Close-Mic eine Spur verringert.
:: Für alle Aufnahmen habe ich ein RME Fireface 800 verwendet.

Das Fazit
:: Die Unterschiede sind gering.
:: Das Gretsch-Tom hat den eigenständigsten Charakter. Es hat mehr Attack, mehr Höhen, ist also weniger mumpfig.
:: Das Slingerland-, Ludwig-, und Rogers-Tom sind sich grundsätzlich sehr ähnlich, wobei beim Ludwig-Tom in jeder Lage nicht „wegstimmbare“ Unreinheiten zu hören sind,  weil es am wenigsten sauber verarbeitet ist. Das macht für mich den Charakter des Toms aus.
:: Die eigene Soundvorstellung – also Fellauswahl, Tuning, und Dämpfung – haben einen wesentlich größeren Einfluss auf den Sound als die Kessel-Charakteristik.

 

 

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