Milky Chance, Drum Sound, Recording,

Im Gespräch mit: Sebastian Schmidt

Sebastian Schmidt ist wohl einer der meist-beschäftigten Schlagzeuger Deutschlands. Sein akribisch auf die Musik abgestimmter Schlagzeugsound und die klar definierten, song-dienlichen Grooves sind vermutlich wesentliche Gründe dafür. Er spielt Schlagzeug bei Adel Tawil und seit 13. Februar 2017 auch bei Milky Chance. Ich habe Sebastian beim Soundcheck von Milky Chance in Linz getroffen und er hat sich viel Zeit genommen, um mit mir über Sound, den Aufbau seines Tour-Kits und seinen Zugang zu Musik zu sprechen.

Das Interview:

Guide durch die Episode

00:00 bis 4:15:   Die Arbeit als Live-Drummer bei Milky Chance und Adel Tawil
4:16 bis 7:24:       Jazz-Vergangenheit
7:25 bis 11:25:     Eigene Band Super700
11:25 bis 16:30:   Recording, Arbeit im Studio, Lieblings-Set
16:32 bis 27:15:   Sound, Unterschied Studio – Live
27:16 bis 28:30:  Einflüsse
ab 28:31:               Was würdest du einem Musikstudenten vermitteln wollen?

Das Milky-Chance-Tourkit:

 

Zusammenfassung und Übersicht

Über Motivation

„Mich motiviert der Anspruch, jedes Konzert so gut wie möglich zu spielen im Hinblick auf Sound, Konsistenz und Timing“

Über Variationen in der Show

„Es gibt bei Milky Chance und Adel Tawil eigentlich nur wenige Stellen, an denen ich variiere. Ich spiele meistens die gleichen Fills an den gleichen Stellen. Das hat zwei Vorteile: Erstens gibt´s für Band und Crew keine Überraschungen. Zweitens ermöglicht es mir, mich auf das zu konzentrieren was wichtig ist. In der Popmusik geht’s ja auf der Bühne meistens nicht darum, etwas zu komponieren sondern es zu möglichst gut zu reproduzieren. Wenn ich weiß, welchen Fill ich gleich spielen werde, kann ich mich darauf konzentrieren, diesen möglichst gut umzusetzen. Die Fills bekommen damit außerdem einen Signature-Charakter für die Songs.“

Was wäre dir wichtig, einem Studenten zu vermitteln?

„Musikalität. … Zuhören und zuschauen. … Soviel Musik machen wie möglich… Technik ist an sich nichts Schlechtes und es ist auch nicht schlecht sie zu vermitteln, aber wenn man nicht weiß, was man erzählen will, bringt einem der beste Wortschatz nichts.“

Über die Auswahl von Recording-Equipment

„Die Equipment-Auswahl ist sehr von den Vorstellungen des jeweiligen Künstlers oder Produzenten abhängig. Deshalb versuche ich im Vorhinein soviel wie möglich darüber herauszufinden. Was ich oft dabei habe ist eine 14×8 Masshoff-Snare. Die ist sehr genau und flexibel. … Mein Lieblingsset ist ein altes Leedy in den Größen 22“, 13“, 16“.“

Über den Unterschied Live – Studio

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich live sehr klare Signale brauche. Das liegt daran, dass alles immer close gemict ist, also jedes Mikrofon immer möglichst nach an der Signal-Quelle ist. Das rechte Overhead-Mic ist in unserem Live-Set wirklich nur für das rechte Becken da, das linke nur für das linke. …
Im Studio ist der Raum viel wichtiger. Zum Beispiel ist es viel relevanter, wie die Snare über die Overheads oder die Raummikros klingt.
Mein Live-Set ist nicht dafür gestimmt, im Raum gut zu klingen, sondern so, dass es über die Mikrofone, Kompressoren und EQs gut klingt.
Dadurch hat sich auch mein Spiel verändert. Es ist simpler geworden. Auf großen Bühnen würden filigrane Kleinigkeiten untergehen. Klarheit und Deutlichkeit ist wichtig. Ich achte darauf, dass ich keine Zwischenlösungen oder undefinierte Sachen spiele.“

Über Sound

„Es gibt für mich keinen schlechten Sound. Das hängt immer davon ab, was man machen will. Ich will den Sound finden, der für mich für die jeweilige Situation der richtige ist. Und selbst das verändert sich, weil ich mich weiterentwickle.
Jeder Sound braucht nur den Kontext in dem er funktioniert. Deshalb macht Sound so viel Spaß, weil man oft mit mülligen Sounds kommen kann, die dann genau das Richtige machen. Oder auch anders herum: Mein Lieblingsbecken macht nicht automatisch Sinn in einem Song.“

Drummer, die dich beeinflusst haben?

„Je nach Phase viele unterschiedliche. Joey Baron, Jim Black, Stewart Copeland, Elvin Jones, …“

Das Tour-Set bei Milky Chance

Pearl Reference Pure, 22“ 13“ 16“, Toms ohne Resonanzfelle.

2x 14“ Pearl Reference Pure Snares, die völlig gleich gestimmt sind, beide mit Trigger, wobei jeweils nur ein Trigger aktiv ist, damit Sebastian Fills ohne Trigger-Signal spielen kann.

15“ HH Paiste Modern Essential
20“ und 22“ Traditional Crash/Ride, wobei Sebastian beide eher als Crash verwendet.

2BOX Controller (das ist das Ding hier) für die zwei Snare-Trigger, einen Bassdrum-Trigger und ein zweites BDR-Pedal mit Trigger für einen rein elektronischen Kick-Sound

Remo Coated Felle auf Toms und Snares, Remo Powerstroke 3 auf der Bassdrum.

Hier könnt ihr Sebastian mit Milky Chance live am Lollapalooza in Chicago 2017 sehen:

 

 

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